BKM-Schulprojekt
Schüler mit Schülern für Europas Tiere
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Begründung des Schulprojektes
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Elke Zygar-Niegl

Lehrerin für Deutsch, Wirtschaft , Politik

 

Berufskolleg –Essen -Mitte

Schwanenkampstr.53

45127 Essen

Telefon:   0201-2451130
Fax:      0201- 2451131 

 

Email: bkm-schulprojekt@email.de

www.bkmitte-essen.de


Begründung des Schulprojektes unter Berücksichtigung methodisch-didaktischer sowie pädagogisch-psychologischer Aspekte im Hinblick auf die Vermittlung von  Handlungs-Human- und Sozialkompetenz als oberstem Lernziel (gekürzte Version)

 

Unsere Berufskraftfahrer-Mittelstufe initiierte selbständig ein Klassenprojekt zum Auslandstierschutz. Die Schüler überraschten uns mit der Idee, einen LKW zu organisieren und einem Tierheim im Ausland durch Sachspenden und aktives Anpacken zu helfen. Wir als Schule haben uns entschlossen, das Klassenprojekt zum Schulprojekt zu machen. Inzwischen sind Schüler verschiedener Bildungsgänge beteiligt.

 

Wir sehen es als unsere Aufgabe an,  unsere Schüler auf ihrem Weg zu mündigen - soziale Verantwortung  - übernehmenden Bürgern zu unterstützen. In einer Gesellschaft, in der Perspektivlosigkeit, Jugendarbeitslosigkeit, "null Bock“, Drogen, Kriminalität und Gewalt die Schlagworte sind, mit denen „die Jugend " häufig schlagzeilenträchtig beschrieben wird, halten wir es für unabdingbar,jegliches soziales Engagement und diese Initiative unserer Schüler zu fördern, denn sie zeigt junge Erwachsene in einem völlig anderen Licht.

Jegliche Art von sozialem Engagement fördert  Sozial- Handlungs- und Humankompetenz, zeugt  sie doch von der Fähigkeit  zu Empathie. Empathie aber macht den Menschen zu einem sozialen Wesen und ermöglicht eine gelungene  Integration in die soziale Gemeinschaft.


Als Schule stellen wir uns damit den Anforderungen einer sich ändernden Gesellschaft und der daraus sich ergebenden Verantwortung. Schule muss sich öffnen, ihren Aufgabenbereich erweitern und neben Wissensvermittlung verstärkt erzieherische und sozialisierende Funktionen übernehmen. Wertevermittlung und /oder Wertekorrekturen sind unabdingbarer Bestandteil pädagogischen Handelns. Dies geht aber nur, wenn die propagierten Werte vorgelebt und in den Schulalltag integriert werden, reines Einfordern bestimmter Verhaltensweisen laufen ins Leere. Lehrer werden konfrontiert mit Orientierungs- und Mutlosigkeit, mit Wertekodicis, die einer demokratischen Gesellschaft nicht entsprechen, mit Vorurteilen basierend auf Unwissenheit und Angst. Schule kann nicht alles auffangen und korrigieren, aber sie kann versuchen,  positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler einzuwirken. Wir alle können Vorbild sein, indem wir vorleben, was wir einfordern, Toleranz, Respekt, Achtung vor  dem Anderen, Erkennen und Lösen von Problemen, Selbstreflektion, Kreativität, Kritikfähigkeit, Hinsehen statt Wegschauen, Helfen statt Verurteilen  und vieles mehr.

Dieses versuchen wir als Kollegium, neben vielen anderen Angeboten und Aktivitäten, auch mit diesem Projekt.

Der achtungsvolle Umgang der nachwachsenden Generationen miteinander, mit Tieren und der gesamten Umwelt ist die Voraussetzung zum Überleben auf diesem Planeten. Die Bedeutung  von Tieren für eine positive Entwicklung des Menschen ist wissenschaftlich längst unbestritten .In vielen Therapiebereichen werden Tiere als Therapeuten erfolgreich eingesetzt. Gerade auch in Resozialisierungsprogrammen wird damit gearbeitet, dass Jugendliche lernen sollen, Verantwortung zu übernehmen, indem man ihnen die Versorgung von Tieren überträgt. Diese Therapieformen haben durchweg positive Erfolge zu verbuchen. In den USA durchgeführte Studien mit Serien- und Massenmördern haben gezeigt, dass alle Probanden zunächst durch Tierquälereien auffielen. Die Achtung vor dem "Leben" umfasst jedes Lebewesen und ist eines der wichtigsten Erziehungsziele überhaupt.

In einer sich wandelnden Gesellschaft, geprägt durch Werteverlust und dem nicht mehr Funktionieren von institutionalisierten Lebensformen (Ehe/Familie), droht Orientierungslosigkeit durch Sicherheitsverlust. Hier kann Schule, die sich den gesellschaftlichen Herausforderungen stellt, unterstützend tätig werden. Obwohl noch nicht in den Lehrplänen bestimmt, muss heute in den  Schulen vielfach Erziehungsarbeit geleistet werden, die eigentlich zu den primären Aufgaben der Elternhäuser gehört. Die emotional-affektive Förderung und Bildung der Schüler wird immer breiteren Raum einnehmen, es gilt das Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl der Schüler zu stärken im Hinblick auf ihre Rolle als Mitglied einer sozialen Gemeinschaft. Sich  ehrenamtlich zu engagieren, kann Schülern helfen, zu erkennen, dass Erfolg und Anerkennung auch unabhängig von Entlohnung zu erreichen sind, und menschliches Mit- und Füreinander eine persönliche Bereicherung sind.

Vor diesem  komplexen Hintergrund steht die Sinnhaftigkeit unseres Schulprojektes außer Zweifel.

Deutschland hat durch eine Erweiterung von Artikel 20 (GG.Art.20a) Umwelt- und  Tierschutz als staatliche Aufgabe im Grundgesetz fixiert.  Tierschutz ist somit auch  Bestandteil des Lehrplanes und soll auf Empfehlung der KMK im Unterricht behandelt werden. Die Thematik ist komplex und keinem traditionellen Unterrichtsfach eindeutig zuzuordnen, so dass sie unter verschiedenen Aspekten fächerübergreifend behandelt werden kann. Tierschutzunterricht kann Informationsvermittlung mit Werteerziehung verbinden, er bedeutet die Auseinandersetung mit gesellschaftlicher Realität , national und international, das Erkennen  von durch Traditionen geprägten Einstellungen und Verhaltensweisen Tieren gegenüber, und er bietet ein breites Feld zur Entwicklung handlungsorientierter Lösungsstrategien zur Beseitigung von Missständen. Genau dieses leisten unsere Schüler durch die Initiierung unseres Tierschutzprojektes.

Ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit unserer Umwelt und allen Lebewesen wird überlebenswichtig sein,  darunter fällt auch das soziale Miteinander und der Umgang mit Tieren, Pflanzen und Ressourcen. Globalisierung und Klimaschutz erfordern darüber hinaus weltweit ein gemeinsames Handeln.

 

Das Projekt unserer Schüler wird schwerpunktmäßig in der Freizeit geplant und organisiert.Es wird auch fächerübergreifend im Unterricht vorbereitet. Handlungsorientierung zur Umsetzung selbsterwählter Zuele als ein wichtiges Lernziel wird durch Aktionen  zur aktiven Handlungskompetenz .Das freiwillige soziale Engagement der Schüler ist hierbei besonders hervorzuheben.  I

Das Zielland des Projektes in seiner historischen und derzeitigen Entwicklung unter politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Schwerpunkten wird im Wirtschaft-Politikunterricht thematisiert. Der Idee eines vereinten Europas wird hier besondere Beachtung geschenkt. Das Kennenlernen eines ehemals sozialistischen Staates, der noch immer unter dessen Nachwirkungen leidet, kann die Schüler sensibilisieren für die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten  in der EU und mag sie die Vorteile und Privilegien des deutschen Sozialstaates erkennen lassen. Der gegenseitige Austausch über Schul- und Ausbildungssysteme, über Schulalltag , Heimatstadt und Heimatland lässt Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen und hilft zu verstehen, dass unterschiedliche Denk- und Handlungsweisen auch Produkt gesellschaftlicher Entwicklungen, Traditionen und kollektiver Erfahrungen sind. Wissen und Verstehen hilft Vorurteile abzubauen und ermöglicht es, die Prägung eines Individuums auch durch seine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Nation unmittelbar erfahrbar zu machen. Die Begegnung mit Schülern, das gegenseitige Kennenlernen und der Erfahrungsaustausch sowie das gemeinsame Handeln, bieten unseren Schülern ungeahnte Mögklichkeiten ihren Wissens- und Erfahrungshorizont zu erweitern.

Sowohl das Zielland als das Betätigungsfeld Tierschutz haben exemplarischen Charakter, das Projekt in seiner Gesamtkonzeption ist übertragbar auf jede Form des Ehrenamtes, allerdings mit der Besonderheit der nationalen Grenzüberschreitung.

 

Gemeinsam mit den jeweiligen Partnern sollen Konzepte und Lösungsstrategien entwickelt werden, die dazu geeignet sind,die Lebensbedingungungen der Tiere effizient und nachhaltig zu verbessern. Das Ganze wäre aber inhaltsleer, ohne auch Kontakte zu gleichaltriger Landesbevölkerung aufzubauen. Erst gemeinsames Handeln junger Menschen unterschiedlicher Gesellschaften  mit gleichen Interessen (hier: Tierschutz ) impliziert die Möglichkeit, dauerhafte Partnerschaften über territoriale Grenzen hinaus aufzubauen. Sprachbarrieren treten in den Hintergrund, wenn Verständigung über Zusammenarbeit erfolgt.  Das Interesse beider Seiten an derartigen Kontakten ist groß, und erste Kontakte wurden diesbezüglich bereits geschaffen.

 

Es ist enorm wichtig, das Engagement der Schüler zu unterstützen und zu fördern , es erweitert ihren persönlichen  Horizont  auch bezüglich der Lebenswirklichkeit in einem anderen europäischen Land, abseits desMassentourismus. . Die Schüler lernen  zu verstehen , dass das Schicksal der Tiere  auch Produkt der Lebensbedingungen und somit der Einstellung diesen gegenüber ist. Das erweitert somit ihre Fähigkeit zu differenziertem, ganzheitlichem Denken .Erfolge zeigen ihnen,dass jeder in der Lage ist ,durch das Aufzeigen von Missständen und eigenem Handeln etwas zum Guten zu verbessern. Klagen allein ändert nichts, nur aktives Eingreifen ermöglicht Änderungen.Diese Erkenntnis, selbst etwas ändern zu können, ist im Entwicklungsprozess eines Menschen von ungeheurerer Bedeutung.

 Politikverdrossenheit und ein Ablehnen des Staates per se, können aufgebrochen werden. Die Ohnmachtserfahrung Allem und Jedem hilflos ausgeliefert zu sein, wird widerlegt. Gleichzeitig bietet das Projekt aber auch -im Zeitalter der Globalisierung und internationaler Abhängigkeiten -die Chance zu erkennen und zu  erfahren , dass manche Probleme nur gemeinsam über alle Grenzen hinweg zu lösen sind.

 

Das Entscheidende unseres Schulprojektes „Schüler helfen mit Schülern/Schüler mit Schülern für Europas Tiere “ ist, dass deutsche und ausländische Jugendliche die Möglichkeit erhalten durch gemeinsames Handeln von einander und miteinander zu lernen über jegliche Art von Grenzen hinweg. Das Besondere ist auch, dass die gemeinsame Arbeit, das Aufeinandertreffen von Anfang an entkrampft, man arbeitet zusammen, hat sichtbare Erfolge und wird nicht mittels  institutionalisierter Rituale miteinander bekannt gemacht, was immer auch Unsicherheit und Anspannung bedeutet. Das ist praktizierte Völkerverständigung.

Wir seheneune erste gemeinsame Aktuin als  eine Art Überprüfung, ob das, was gemeinsam angedacht und initiiert wird, auch  gemeinsam realisiert werden kann. Wir erhoffen, dass aus den entstehenden Kontakten und dem ersten Kennen lernen  feste Partnerschaften werden, die zu regelmäßigen Treffen führen können. Ein Gegenbesuch in Essen ist selbstverständlich.

Wir wünschen uns und hoffen, dass dieser vielleicht auf den ersten Blick ungewöhnliche Ansatz zu internationaler Jugendbegegnung erfolgreich sein wird.

Für weitere Fragen und oder Begründungen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Elke Zygar-Niegl im September 2008

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